Sie rechnet den Energiebedarf aus Bauweise, Technik und Nutzung, nicht aus Ihren Rechnungen. Für jede Zone bilanziert die DIN V 18599 Heizen, Kühlen, Lüften, Beleuchten und Warmwasser und fasst alles zu Endenergie und Primärenergie zusammen. Gerechnet wird mit dem Referenzklima Potsdam und den Primärenergiefaktoren aus Anlage 4, heute etwa Strom 1,8, Erdgas 1,1, Holz 0,2.
Eingang findet die Hülle mit Wänden, Dach, Fenstern, Toren und Bodenplatte. Dazu kommt die Anlagentechnik vom Gaskessel über die Wärmepumpe bis zum Lüftungsgerät. Und die Nutzung: Betriebszeiten, Raumtemperaturen, Beleuchtungsstärke. Ein Autohaus in Braunschweig mit verglastem Showroom und beheizter Werkstatt dahinter hat eine völlig andere Bilanz als eine Lagerhalle gleicher Fläche. Die Rechnung macht diesen Unterschied sichtbar.
Der Wert hängt nicht davon ab, ob Ihr Betrieb gerade voll läuft. Ein leeres Obergeschoss oder eine ruhige Saison verfälscht ihn nicht. Deshalb ist der Bedarfsausweis bei Gewerbe die ehrlichere Zahl. Nebenbei fällt die Schwachstellenliste ab: Wir nennen Ihnen Modernisierungsempfehlungen, zum Beispiel die Dämmung der obersten Geschossdecke, den Tausch alter Leuchten oder eine bessere Lüftungsregelung. Ab 2027 gilt für die Berechnung die DIN/TS 18599:2025-10. Das Ergebnis ist zugleich ein Gesprächsthema für Banken, Käufer und Mieter, weil es zeigt, was das Gebäude von Haus aus braucht und wo sich Investitionen lohnen würden.